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Freitag, 11. September 2009

Woooooooooooohou!

Einfach mal zum Diamond Head fahren, an den recht einsamen Strand am Fuße der Felsen legen, das allzu Flache Wasser über hartem Felsen bei nahezu heulendem Wind testen und dann zurück nach Waikiki...

Dort erreicht mich eine Sprachnachricht auf meinem Handy. Wendell. Irgendwas mit surfen und nicht angetroffen. Es braucht nur einen Rückruf und 45 Minuten später sehen wir Wendells alten Volvo mit drei Surfboards auf dem Dach ankommen. Eins für mich, eins für Felix und eins für Wendell himself.

Der Ur-Hawaiianer Wendell Titcomb, auch bekannt aus dem Film "Buddy Buddy" mit Jack Lemmon, Walter Matthau und Klaus Kinski, lädt zum surfen! Ich weiß nicht ob ich gespannter war selber in den recht großen Wellen zu surfen, oder ihm (55) beim Surfen zu zusehen.

Surfboard wachsen und reins ins Vergnügen! Wofür Felix und ich ca. 10 Paddelzüge brauchen, benötigt Wendell gerade mal einen. Und ich würde nicht sagen, dass wir nicht in Form sind...
Wobei mir kurz darauf beinahe die Arme abgefallen wären, so weit wie wir rausgepaddelt sind und erst recht bei den Wellen gegen die wir anpaddeln mussten.

Wendell kam uns während dessen schon das erste Mal entgegen gesurft?! Mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht.

Ich war auch glücklich. Weil ich endlich auf der Höhe der anderen Surfer war und nicht mehr paddeln musste. Und Heidewitzka! waren das große Wellenberge!! Zudem wurde die Schaumkrone noch durch den Wind zusätzlich aufgewirbelt, sodass man jedesmal wenn eine Welle brach einen Regenbogen über der Krone gesehen hat. Und hinter dem Regenbogen war meist Wendell und ist die Welle dann entlang gesurft.
Ich hatte derweil einen Felsen entdeckt, der (ca. 800m vom Ufer entfernt) immer dann aus dem Wasser lugte, wenn er gerade von einer dieser großen Wellen passiert wurde. Auch wenn Felix es mir erst nicht glauben wollte, er hat es später leider selbst zu spüren bekommen. Was noch viel Schlimmer war, ist die Tatsache, dass quasi zwischen uns und dem Ufer eine ganze Reihe von Felsen, oder Korallen bis kurz unter die Wasseroberfläche wuchsen.

So wurde Felix mehr von der ersten Welle gesurft, als dass er diese runtergeritten ist und hat dabei direkt seine Finne verloren sowie einen dicken Kratzer in das Board geritzt. Zum Glück. Denn sonst wäre das wohl sein Oberkörper gewesen.

Ich muss aber auch sagen, dass die Kulisse an sich traumhaft schön war! Bei Sonnenuntergang, unweit des Diamond Head mit Regenbögen in der Luft und einer Schar von Segelbooten im Rücken vor der Küste O'ahu's auf dem Surfboard zu liegen hat was!

Und Woooooooooooooohou! ich habe meine erste richtig gute, große Welle hier auf Hawai'i gesurft! Und zwar folgender maßen:

Welle anvisiert. Gefürchtet. Trotzdem losgepaddelt. Zu schnell gepaddelt. Welle bricht auf mich herunter. Luft weg. Orientierung weg. Zahlreiche Drehungen.
Plötzlich steh ich auf meinem Board und reite die Welle! Ein paar Sekunden später reitet die Welle mich wieder: Luft weg, Drehungen unter Wasser, Heidenangst vor den Felsen.
Plötzlich stehe ich zum zweiten Mal auf dem Board und reite die Welle bis zum Schluss!

Nach einer halben Stunde paddeln war ich wieder draußen bei den Anderen. Zwei Wellen habe ich dann noch recht gut hinbekommen, ohne artistische Zirkusnummern, und bei der dritten und letzten habe ich die Felsen endlich kennengelernt.























Die Bezeichnung "blutiger Anfänger" hat somit seine Bestätigung bekommen. Apropo blutig: Haie sieht man zwar hin und wieder um einen herum schwimmen, doch die tun in der Regel nichts, sagt Wendell. Und die Felsen solle man am besten meiden. Klar, wenn man gerade nicht mal mehr weiß wo oben und wo unten ist und man sowieso den Kräften der Welle ausgeliefert ist...

Immerhin hat Wendell selbst bereits erkannt, dass er nicht der ideale Surflehrer ist.

Gerockt hat es trotzdem heute! ...unvergesslich.